Früher war der Ein/Aus-Schalter am heimischen Familienrechner die Stoppstelle für das Internet. Heute ist er nur eine Zubringerstraße zum Handy, Netbook oder iPad. Alles wird darauf getrimmt, mit dem Internet kompatibel zu sein. Alles soll möglichst ungefiltert da hinein, am besten Profilen zugeordnet. Realen Nutzerprofilen. Weil der beste Freund ja unbedingt wissen muss, dass ich mich gerade in Metzingen im einem Outlet-Shop befinde, oder mich in ein städtisches Klo gewagt habe…
Wozu das Ganze? Vernetzte Welt, da war doch was. Alles soll vereinfacht werden. Schnell mal ein Tweet dass ich zur Post gehe, um den Verstärker zu versenden, den ich von einem Bekannten reparieren ließ – und nun bei eBay für stolze 103,52Euro verkauft habe. Selbstverständlich ohne auf die Reparatur hinzuweisen, ist ja alles “neuwertig”, “ohne Macken” und “stets gut gelaufen”. Im StudiVZ oder Gsichtsbuch muss ich gleich in den Buschfunk und das auch stolz von mir geben. Mit etwas Glück stößt der Käufer auf diese ach so toll “vernetzte” Informationen und denkt sich nichts schönes dabei. Die Bewertung wird auch nicht so schön – und die ist leider mit meinem eBay-Konto “vernetzt”.
Ich hab nichts zu verbergen, aber ein privates Leben. Ein Reallife abseits der Datenautobahnen im Netz. Ein echtes Leben mit Leuten, die ich wirklich auch persönlich kenne, die wissen was ich mache und wo ich bin, auch ohne Tweets, foursquare und WhateverVZ. Wer mit mir zu tun haben will, muss mich zumindest anrufen, nicht digital adden, gruscheln, faven, abonnieren, favorisieren. Ich fordere die “analoge Gesellschaft” zurück! Wo man noch fluchte, als es darum ging, ins Internet zu kommen. Manch einer kann sicher immer noch die Tonsequenz pfeifen, die das Modem erzeugt hat… Und das war noch analog!